Familie
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Geburtsvorbereitung: Crashkurs bei der Hebamme

Da uns seit Beginn der Schwangerschaft aus medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt nahe gelegt wurde, haben wir uns früh darauf eingestellt. Auf einen Geburtsvorbereitungskurs wurde daher verzichtet. Dort wird zwar auch auf den Kaiserschnitt eingegangen, aber nur am Rande. Stattdessen haben wir uns für einen Neugeborenenkurs entschieden, bei dem es um die ersten Monate mit dem Baby ging.

Vor einer Woche hatten wir Geburtsvorstellung im Krankenhaus und die Chefärztin meinte nach dem Ultraschall, dass sich alles gut entwickelt hat und aus ihrer Sicht eine Spontangeburt anzustreben ist. Das war zuerst ein Schock, aber über die nächsten Tage hat man sich umgestellt. Jedoch fehlte uns nun der Geburtsvorbereitungskurs. Da unsere Hebamme auch Kurse gibt, haben wir sie gefragt, ob sie in komprimierter Form die gesamte Thematik mit uns durchgehen kann.

Heute war es soweit. Hier wieder meine Notizen.

Die meisten Dinge passieren sehr intuitiv. Auch ohne Vorbereitung schafft es jede Frau das Kind zu gebären.

Eine wichtige Rolle spielt das Wohlbefinden der Frau. Nur wenn sie entspannt ist und sich sicher fühlt lockern sich Muskeln und Muttermund ausreichend.

Die Eltern sollten im Vorfeld darüber sprechen, wie sie sich die Geburt vorstellen. Ob Fotos/Videos gemacht werden oder nicht. Wie viel der Mann mitbekommen möchte oder vor allem am Kopfende bleibt.

Von Beginn der Wehen bis zur Geburt dauert es im Schnitt 12 Stunden. Jede Geburt ist unterschiedlich. Weitere Geburten dauern meist kürzer.

Sowohl Mutter als auch Vater spüren wenn es soweit ist. “Wir müssen jetzt los.”.

Wenn die Wehen beginnen oder man glaubt die Fruchtblase ist geplatzt kann man die Hebamme rufen. Sie kann überprüfen, ob die Fruchtblase tatsächlich geplatzt ist und was die Wehen bedeuten. So spart man sich gegebenenfalls einen zu frühen Weg ins Krankenhaus, wo man dann möglicherweise nochmals heim geschickt wird.

Wenn die Fruchtblase platzt sollte man direkt ins Krankenhaus fahren. Die Gefahr sind Keime, vor denen das Kind nicht mehr geschützt wird.

Dammschnitte werden zumindest in unserem Krankenhaus nur in Ausnahmefällen gemacht. Dammrisse verheilen besser und sind meist weniger tief als ein Schnitt.

Dammmassagen mit einem möglichst neutralen Öl können das Gewebe im Vorfeld flexibler machen.

Das wichtigste beim Atmen ist das Ausatmen. Ausatmen führt zu Entspannung, während Einatmen mit Anspannung zusammenhängt. Wie konkret geatmet wird, ist nicht so wichtig. Angespannter Mund (‘kurze I-Atmungen’) hat meist einen angespannten Muttermund zur Folge. Selbstlaute (weit geöffneter Mund) sind besser.

Die Rückenlage ist nicht die beste Geburtsposition, da die Biegung der Wirbelsäule es schwerer macht für das Kind nach unten zu kommen. Einfacher ist es etwa stehend, kniend, hockend etc. Grundsätzlich kommt jede Position in Frage, die für die Mutter angenehm ist.

Bewegungen während der Geburt erleichtern den Geburtsvorgang indem sie verhindern dass das Kind irgendwo feststeckt.

Die Austreibungsphase (mit Presswehen) dauert im Schnitt 20 Minuten.

Das Kind legt bei der Geburt den Kopf auf seine Brust, damit der Kopf so gedreht ist, dass er den geringsten Umfang hat. Es liegt erst auf dem Bauch (Blick Richtung Steißbein der Mutter) und dreht sich zur Seite sobald der Kopf durch ist, damit die Schultern ebenfalls weniger Widerstand bieten.

Wenn alles in Ordnung ist wird das Kind der Mutter direkt auf die Brust gelegt.

Die Nachgeburt (Gebärmutter zieht sich zusammen, Mutterkuchen wird herausgedrückt) findet meist zwischen 5 bis 50 Minuten nach der Geburt des Kindes statt.

Bei einem Dammriss, der genäht werden muss, wird das Kind während dem Nähen meist das erste Mal komplett untersucht (U1).

Nach Abschluss der Geburt werden die Eltern mit dem Neugeborenen etwa eine Stunde in Ruhe gelassen, Stichwort Bonding. (Ggf. schaut eine Hebamme zwischendurch kurz ob alles in Ordnung ist oder Blutungen aufgetreten sind.). Danach erst wird man auf das Zimmer verlegt.

Im Idealfall wird das Kind in den ersten 1-2 Stunden an die Brust angesetzt.

7 Kommentare

  1. Nun wird es ernst, meine Liebe, nicht wahr? Bei uns sind es jetzt noch 9 Wochen und ich bin schon jetzt ganz hibbelig. Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass alles gut verläuft und hoffentlich nicht so lange dauert. Tschakka! Ich denke an euch!

    • Looka sagt

      „Lieber“.

      Danke für das Daumen drücken. Mia wird sich freuen. 21 Tage. Zumindest wenn sich das Kind daran hält.

  2. Oh, wie spannend. 🙂
    Einerseits ist man froh, dass man „es hinter sich hat“, andererseits würde ich es sofort wieder machen, denn man wird mit dem wundervollsten Wesen der Welt belohnt!

    Mein Blasensprung war bereits zu Hause als sehr eindeutig zu identifizieren (nachdem ich erst gedacht hatte, dass ich mir in die Hosen gemacht habe). Da musste ich dann einmal kurz Panik-Heulen: Jetzt ist ernst und es gibt kein Zurück…. Da darf man mal ganz kurz etwas Muffensausen bekommen finde ich 🙂

    Ich wünsche dir ganz ganz viel Glück und dass du eine schöne natürliche Geburt hast! Meine wurde kurz vor der Austreibungsphase abgebrochen und in den OP verlegt. Sicherlich richtig, aber man wünscht es sich doch anders.

    Drück dich!

  3. Na ihr beiden 😉 muss ja sagen das mir beim lesen das Herz erstmal wieder in die Hose gerutscht ist 😉 bei uns ist es ja auch nicht mehr solange … Und umso näher wir kommen um so höher ist die Aufregung 🙂 aber auch die Vorfreude

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