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Review: Jonas

Gestern waren wir im Kino. Diese eigenartigen Gebäude, wo man sich mit vielen anderen Menschen in enge, dunkle Räume quetscht, um etwa eineinhalb Stunden auf eine weiße Wand mit ein paar Lichtstrahlen zu starren. Oder diese romantischen Dinger, wo man gemeinsam extern induzierte Emotionen erlebt. Ihr wisst schon. Kino. Davor ging es noch zu McDonalds, um der Lust nachzugeben und sich zu versichern, dass einem das Essen immer noch nicht schmeckt. Ich war erfreut über den Spaß, den die Mitarbeiter dort hatten und vermute, dass McDonalds konstant mittlere Arbeitsbedingungen hat, während es sonst überall runter geht. Aber das ist ein anderes Thema.

Der Film: Jonas. Von und mit Christian Ulmen.

Ich wusste wenig über den Film, Mia hat mir nur gesagt, dass Ulmen der einzige Schauspieler sei und der Rest eine normale Schule und normale Schüler. Inhaltlich geht es darum, dass Jonas endlich seinen Abschluss machen möchte und dies sein letzter Versuch sei.

Dafür dass es quasi ein Experimentalfilm ist, ist er erstaunlich gut. Die Schule sah meiner unglaublich ähnlich, wodurch man merkt, wie weit Hollywoodfilme aber auch andere Produktionen vom Leben weg sind. Und obwohl alles so echt wirkte, was es ja größtenteils auch war, wurde ein netter Film draus. Es gibt gewisse Abstriche. Vor allem, dass Jonas der einzige Charakter ist, der stärker herausgearbeitet ist, während die anderen nur kurze Momente haben, um sich zu zeigen. In diesem Fall wird es aber durch eigene Erfahrungen, die man in der Schulzeit gemacht hat, schnell ausgeglichen, da man auch durch winzige Gesten der Personen jemanden im Kopf hat, den man damit verbindet. Besonders bei den Lehrern hat das bei mir gut geklappt, sodass ich das Gefühl hatte, über alle mehr zu wissen, als der Film auch nur im Ansatz zeigte. Die Story wird durch eine kleine Liebesgeschichte erweitert, weil Schule alleine dann doch nicht ganz so spannend ist, bzw. es bei der Schule eben auch um das rundherum geht.

Fasziniert hat mich, dass sich der Film über niemanden lustig macht. Und sind die Charaktere noch so unterhaltsam, anders etc. schafft es der Film sie gut dastehen zu lassen. Außer Jonas. Ulmen zieht seinen Charakter durch den Kakao, wo es nur geht. Mit so viel Fremschämpotential, dass ich mich mehrmals schmerzhaft abgewendet habe. Aber ohne Jonas wäre der Film langweilig. Die Szenen ohne ihn sind meist mit Musik unterlegt, haben viele Schnitte und beinahe keine Sprechszenen.

Ich hätte mir gewünscht, dass man den anderen Charakteren etwas mehr Platz gegeben hätte, damit sich die Story stärker entwickeln kann. Aber auch so ist es ein Experiment, das erstaunlich nah an einen klassischen Film kommt.

Trailer nach dem Klick

Falls ihr den Film auch gesehen hat, würde mich eure Meinung interessieren.

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