Essen
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Kump Paderborn

Gestern waren wir nach längerer Zeit wieder auswärts essen. Seit wir zusammen wohnen kochen wir beinahe täglich selbst, während ich in Wien meist Essen gegangen bin. Gründe dafür sind Angebot, Preise und vor allem, dass alleine kochen und Essen nicht besonders Spaß macht. Zu zweit ist das anders. Dennoch genießen wir es uns zurückzulehnen und bedienen zu lassen. Und weil wir wieder einmal etwas neues ausprobieren wollten, sind wir nicht in unser Lieblingsrestaurant La Maison, zu welchen ich noch ein anderes Mal schreiben werde. Stattdessen ging es in den Kump in Paderborn, welcher vor einiger Zeit Neueröffnung hatte.

Als wir das Restaurant betraten, wurden wir freundlich vom Kellner hinter der Bar begrüßt und sind dann zu einem Tisch gegangen. Das Restaurant ist recht geräumig und hat bei guten Wetter Tische im Freien. Wir entschieden uns für einen Hochtisch neben der Bar. Sogleich kam eine Kellnerin an und fragte, ob sie uns schon etwas zu trinken bringen dürfte. Noch aus der Jacke schlüpfend, meinten wir, dass wir noch etwas bräuchten. Auf dem Tisch lag leider nur eine Tageskarte. Nachdem ich die Kellnerin nicht mehr sah, bediente ich mich am Nachbartisch und an der Bar, wo noch eine Karte lag. Die Auswahl war barlastig, viele Spirituosen und Cocktails, aber auch die Speisen waren völlig ausreichend. Gut sortiert. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, sodass jeder etwas finden sollte. Auf der Tageskarte (oder Wochenkarte?) standen dann noch Tapas, die als einziges Gericht keinen Preis dabei stehen hatten.

Nach einiger Zeit kam dann die Kellnerin wieder und ich fragte, wie groß die gemischten Tapas seien und ob es als Vorspeise geeignet sei. Schon eher groß, meinte sie, fügte aber hinzu, dass es auf den Hunger ankommen würde. Wir entschieden uns sie gemeinsam als Vorspeise zu nehmen, was wir der Kellnerin so sagten. Weiters noch zweimal Bionade, für mich Hähnchen auf Ratatouille und für Mia einen Flammkuchen mit Rucola und Schinken.

Während wir so warteten, gesellte sich ein älteres Pärchen neben uns, was ich nur nebenbei mitbekam, aber Mia mir später mehr erzählte. Was sich immer wieder in mein Ohr drängte, war ein ”Och Schaaatz“, welches der Herr vor die meisten seiner Sätze setzte. Anscheinend ging es darum, dass sie mit der Essensauswahl nicht zufrieden war und er versuchte sie mit Gegenangeboten zu besänftigen. Beginnend mit allen Gerichten auf der Karte, über Pommes und Currywurst bis hin zum heimgehen und er koche, während sie sich in der Wanne entspannen könne. Doch das nur als Einschub, weil sich die Wartezeit dehnte.

Dann kam unser Essen. Jedoch statt den Tapas mit zwei Tellern, Tapas und Flammkuchen. Ich dachte mir, dass sie vielleicht nicht mitbekommen haben, dass ich die Tapas für uns beide als Vorspeise wollte, sondern nur für mich. Keine Minute später kam noch mein Hähnchen. Dass drei große Gerichte für zwei Personen unpassenden sind, fiel niemanden der inzwischen drei oder vier Kellner, die mit uns zu tun hatten auf. Eine davon fragte uns direkt nachdem wir bestellten, was wir gerne hätten. Solche Dinge sind für mich kein Problem, dass nun drei Hauptspeisen auf unserem Tisch standen schon eher. Sah dann so aus.

Die Qualität des Essen war durchwachsen. Während mein Hähnchen auf Ratatouille sehr lecker und heiß war, kam der Flammkuchen lauwarm und geschmacklich fad. Die Temperatur schoben wir auf den Fehler, dass man dachte, dass alle drei Speisen zugleich zum Tisch gehen sollten. Macht den Fehler jedoch nicht besser, denn selbst wenn wir zu dritt gewesen wären, darf ein lauwarmes Gericht nicht sein. Die gemischten Tapas waren eine große Portion, aber auch mit dem Problem der sehr unterschiedlichen Qualität. Das schlimmste war eine kräuterquarkähnliche Soße, die gegoren schmeckte. Möglicherweise schlecht gelagert oder tatsächlich alt. Die Datteln im Speckmantel waren lecker, aber etwas zu hart. Die Nudeln unspektakulär. Als wären sie noch übrig gewesen und man hätte sie einfach dazu gegeben. Schafkäse im Rindfleisch schmeckte gut, war aber etwas trocken. Das Tomatensüppchen war ausgezeichnet, der Salat langweilig.

Als wir uns so quer durch den Tisch aßen, kamen wir auf das Thema, ob wir zu kritisch seien und Mia sagte den schönen Satz, dass ihr mittelmäßig nicht mehr reichen würde. Vor allem nicht beim Essen.

Preislich ist es in Ordnung. Zusammen haben wir 32,70€ gezahlt. Getränke je 2,50€ Essen je 8,90€ (Tapas 9,90€).

Ich würde vom Kump nicht grundsätzlich abraten, das Hähnchen und ein Teil der Tapas waren toll, aber die Qualität ist zu inkonsistent. Ich möchte beim Essen nicht Roulette spielen und dann unzufrieden aus dem Lokal gehen, weil es die Erwartungen nicht erreicht hat. Von der Karte ausgehend ist das Kump auch mehr Bar als Restaurant.

Mal schauen, was wir in der Paderborner Restaurantszene sonst noch erleben.

3 Kommentare

    • Wir werden uns jetzt durchtesten. Irgendwann sind wir dann schreckliche Restauranttester. Gnihihihihihih. (Paderschänke folgt=

    • Looka sagt

      Schon öfters darüber gestolpert, leider noch nie dazu gekommen hinzugehen. Das letzte Mal, standen wir vor verschlossenen Türen, weil es noch geschlossen hatte. Werden wir aber nachholen. Danke für den Tipp.

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